
"400.000,- Euro verschwendet? Hey, das passiert hier doch ständig. Alles halb so wild." Bildquelle: Main-Spitze
Ganz im Gegensatz zur vorletzten Stadtverordnetenversammlung, als der RPA Bericht zu den Vorgängen rund um die Walter-Köbel-Halle Thema war, waren bei der vergangenen Stadtverordnetenversammlung (MS, Echo) fast keine Bürger anwesend. Das wäre durchaus interessant gewesen, denn es ging um die Frage, wie die Parlamentarier mit den gewonnen Erkenntnissen umgehen.
Wie die SPD damit umging war schnell klar. Jens Grode hielt eine Rede, die man ganz einfach zusammen fassen kann: „Alles total ok, ist doch nix passiert, jetzt seid mal nicht so böse, das ist doch alles Wahlkampfgetöse“.
Der Oberbürgermeister hielt eine komplett peinliche Ansprache. Eigentlich ging es nur darum, dass man den damaligen Fachbereichsleiter nicht mit einem Disziplinarverfahren zur Rechenschaft ziehen kann, da er Angestellter und nicht Beamter gewesen sei. Und Gieltowski betonte, dass er gegen seinen Parteifreund Layer kein Disziplinarverfahren anstreben werde, da man so was nur bei Betrug, Bestechlichkeit und Kinderpornografie (sic!) machen würden. Diese schlichten Aussagen verpackte er in eine minutenlange Einleitung, bei der er sich laszive ans Rednerpult schmiegte und sich in seiner vermeintlichen Eloquenz aalte. Ansonsten sagte er so ziemlich das gleiche wie Genosse Grode. Siehe oben.
Es ist immer sehr amüsant, wenn man in solchen Augenblicken die anwesende Verwaltung beobachtet. In den Gesichtern kann man in solchen Augenblicken immer wundervolle Ausdrücke ablesen. Von Langweile, über Fremdschämen bis hin zu tiefer Betroffenheit.
Nun gut, ob das Disziplinarverfahren, wie es die CDU wollte, der richtige Weg gewesen wäre (wurde von Rot-Grün abgelehnt), darüber lässt sich durchaus streiten. Ich habe zugestimmt.
Aber es ging ja noch um den Antrag der Grünen. Das Parlament sollte die Vorgänge um die Köbel-Halle wenigstens missbilligen. Um es kurz zu machen. Alle stimmten mit, alle, bis auf eine Fraktion – die SPD…
Und nun klärt sich auch die Überschrift. Denn wenn man das Abstimmungsverhalten der SPD ernst nimmt, (muss man nicht, wie die Vergangenheit gezeigt hat…) dann lässt das nur einen Schluss zu: Der Oberbürgermeister und die SPD finden Rechtsverstöße, Bürgerverarschung und Geldverschwendung total in Ordnung.
Schade, dass dieses mal keine Bürger anwesend waren, denn eins ist jetzt klar: Aus den Sauereien rund um die Köbel-Halle haben die Genossen und der OB folgendes gelernt: NICHTS!